Das Mittelbreitenverfahren dient zur Berechnung loxodromischer Kurse und Distanzen. Es eignet sich sowohl für die Ermittlung eines Bestimmungsortes aus Kurs und Distanz als auch für die Umkehrung, also die Bestimmung von Kurs und Distanz zwischen zwei bekannten Orten.
Grundlage ist das loxodromische Kursdreieck. Es beschreibt die Zusammenhänge zwischen den Koordinaten von Abfahrtsort und Bestimmungsort .

Grundgrößen
Der Breitenunterschied lautet:
Der Längenunterschied lautet:
Die Breitendistanz in Seemeilen ist:
Die Äquatormeridiandistanz in Winkelminuten ist:
Für die weitere Rechnung wird die Mittelbreite benötigt:
Abweitung
Die Längendifferenz wird im ebenen Dreieck nicht direkt benutzt, sondern über die Abweitung , also den Abstand zweier Meridiane auf dem betreffenden Breitenparallel:
Umgekehrt gilt:
Gelegentlich wird dafür auch der Sekans verwendet:
Distanz und Kurs
Aus dem rechtwinkligen Dreieck folgt für die loxodromische Distanz:
alternativ:
Der quadrantale Kurs ergibt sich beispielsweise aus:
Je nach Quadrant muss daraus anschließend der vollkreisige loxodromische Kurs gebildet werden:
- Bei nördlichen Kursen mit positivem ist
- Bei nördlichen Kursen mit negativem ist
- Bei südlichen Kursen gilt
Das Mittelbreitenverfahren ist besonders nützlich, wenn die Strecke nicht zu groß und der Breitenunterschied vergleichsweise klein ist.