Das Vorgehen mit dem Band I “Selected Stars” ist grundsätzlich verschieden vom Arbeiten mit den Bänden II und III und auch wesentlich einfacher.
Dieser Band enthält für jeden ausgewählten Fixstern direkt tabellierte Werte, sodass das Verfahren mit weniger Zwischenschritten auskommt.

Die großgedruckten Sterne sind besonders leicht zu finden, die mit dem Diamantsymbol gekennzeichneten Sterne ergeben ein besonders günstiges Dreieck.
Da die Örter der Fixsterne jedoch wegen Präzession und Nutation nicht wirklich fix sind, ist noch eine weitere Korrektur anzubringen.
Nutation und Präzession führen dazu, dass die Fixsterne scheinbar ihre Position verändern. Die Korrektur durch Präzession und Nutation wird mittels der Table 5 vorgenommen:

Es wird das entsprechende Jahr herausgesucht und dann am linken beziehungsweise rechten Seitenrand der Ortsstundenwinkel LHA des Frühlingspunktes aufgesucht.
Für den zutreffenden Breitengrad kann dann die Korrektur abgelesen werden.
Die Korrekturwerte geben an, wie die Standlinie nach Distanz und Richtung zu verschieben ist. Zweckmäßigerweise wird der Rechenort um diese Korrektur versetzt.
Das Verfahren wird wieder anhand eines konkreten Beispiels erläutert:
Am 11.06.2005 steht man auf dem Koppelort 19° 50′ N und 045° 25′ W.
Um 18.56 ZZ wird der Fixstern Benetnasch, N.J. Nr. 50, in der Abenddämmerung am Sextanten wie folgt gemessen:
| Gestirn | Uhrzeit (UT1) | Sextantablesung |
| Benetnasch | 21.55.02 | 55° 15′ |
und . Ermitteln Sie Ihre Standlinie.
1. Ermitteln des Sternnamens
Benetnasch entspricht dem Stern Alkaid.
Hinweis: Die zugehörige Referenzseite ist jetzt verfügbar unter Liste der Fixsterne nach PUB. 249 Band I.
2. Ermittlung der Rechenbreite
Die Rechenbreite ergibt sich durch Rundung der Koppelbreite:
3. Ermittlung der Rechenlänge und des vollgradigen Ortsstundenwinkels LHA
Die Rechenlänge wurde so gewählt, dass sich ein vollgradiger Ortsstundenwinkel LHA für den Frühlingspunkt ergibt.
| Grt FP volle Stunde | 215° 17,7′ |
| Zuwachs | 13° 47,7′ |
| Grt FP | 229° 05,4′ |
| − λW / + λE | −45° 05,4′ |
| LHA | 184° 00,0′ |
4. Ermittlung von und
Aus der Tabelle wird abgelesen:
und
5. Bestimmung der Beobachtungshöhe und der Höhendifferenz
Beim Höhendifferenzverfahren nach PUB. 249 wird mit einer Genauigkeit von vollen Winkelminuten gerechnet.
| SA | 55° 15′ |
| Ib | −3′ |
| KA | 55° 12′ |
| Gb | −3′ |
| ho | 55° 09′ |
| − hc | 55° 28′ |
| Δh | −19′ |
Der große Unterschied der Höhen resultiert daraus, dass Koppelort und Rechenort 21 sm auseinander liegen.
6. Korrektur wegen Präzession und Nutation
Nach Tabelle auf 20° N für LHA = 184° ergibt sich:
Die Fixstern-Standlinie muss um 0,4 sm in Richtung 013° verschoben werden.
Dieser Wert wurde zwischen LHA = 180° und LHA = 210° interpoliert.
Das kann entweder am Rechenort oder am Leitpunkt der Standlinie erfolgen, also am Schnittpunkt von Azimut und senkrechter Standlinie.