Bei großen Breitenunterschieden und auf hohen Breitengraden wird das Mittelbreitenverfahren ungenau. Dann wird mit der vergrößerten Breite gerechnet. Dieses Verfahren bildet das loxodromische Dreieck in der Mercatorkarte ab.

Für Kurse nahe 090090^\circ oder 270270^\circ ist es allerdings ungeeignet; dort bleibt die Rechnung nach Mittelbreite vorteilhaft.

Vergrößertes Kursdreieck

Geometrische Idee

Im vergrößerten Kursdreieck steht die vertikale Kathete für den Unterschied der vergrößerten Breiten ΔΦ\Delta \Phi, die horizontale Kathete für das Meridianabstandsverhältnis ll^\ast.

Damit gilt:

tan(αLox)=lΔΦ\tan(\alpha_{Lox}) = \frac{l^\ast}{\Delta \Phi}

und umgestellt:

l=ΔΦtan(αLox)l^\ast = \Delta \Phi \cdot \tan(\alpha_{Lox})

Das Meridianabstandsverhältnis ist praktisch die in Winkelminuten ausgedrückte Längendifferenz in der Mercatorabbildung.

Loxodromisches und vergrößertes Kursdreieck

Vergrößerte Breite

Die vergrößerte Breite Φ\Phi ergibt sich aus:

Φ=10.800πlntan(45+φ2)\Phi = \frac{10.800}{\pi} \cdot \ln \tan\left(45^\circ + \frac{\varphi}{2}\right)

Die Differenz zweier vergrößerter Breiten ist:

ΔΦ=ΦBΦA\Delta \Phi = \Phi_B - \Phi_A

Die Rechnung mit Φ\Phi beschreibt direkt die Geometrie der Mercatorkarte und liefert deshalb auf größeren Strecken bessere Ergebnisse als die einfache Mittelbreite.

Verlauf der vergrößerten Breite über die geographische Breite

Einsatzgebiet

Das Verfahren ist insbesondere dann sinnvoll, wenn:

  • der Breitenunterschied groß ist
  • auf hohen Breiten gefahren wird
  • die Strecke weiterhin loxodromisch betrachtet werden soll

Die folgenden Artikel zeigen die erste und zweite Aufgabe der Besteckrechnung sowie Sonderfälle mit vorgegebenem Zielbreitengrad oder Ziellängengrad.